Frank Gerritz: Sonic Reducer

Frank Gerritz

  • Sonic Reducer IISonic Reducer II
    2016
    Sonic Reducer IISonic Reducer II
    2016
  • Four Center Split ScreenFour Center Split Screen
    2016
    Four Center Split ScreenFour Center Split Screen
    2016
  • Cinemascope I Definition Of LightCinemascope I Definition Of Light
    2012
    Cinemascope I Definition Of LightCinemascope I Definition Of Light
    2012
  • At Second SightAt Second Sight
    2018
    At Second SightAt Second Sight
    2018
  • Live Wire (A Day in Memories)Live Wire (A Day in Memories)
    2017
    Live Wire (A Day in Memories)Live Wire (A Day in Memories)
    2017
  • High Tension WireHigh Tension Wire
    2016
    High Tension WireHigh Tension Wire
    2016
  • Temporary Ground, "Perfect ExampleTemporary Ground, "Perfect Example
    2014
    Temporary Ground, "Perfect ExampleTemporary Ground, "Perfect Example
    2014
  • Double J.P.Double J.P.
    2015
    Double J.P.Double J.P.
    2015

 

Vom 28. März bis 17. Mai 2019 zeigt die Galerie Haas Zürich die Ausstellung

Frank Gerritz: Sonic Reducer

 

Er ist Bildhauer oder besser Skulpteur, der 1964 geborene und in Hamburg lebende Frank Gerritz. Und er ist Zeichner - ein ausführlicher, akribischer, präziser. Dass es sich hierbei nicht um „Bildhauerzeichnungen“ im traditionellen Sinne handelt, sieht man auf einen Blick. Gerritz’ Thema ist es, die Grenzen zwischen Skulptur und Zeichnung auszuloten.

Seine Werke mögen zunächst an Arbeiten des Minimalismus erinnern, doch sind sie dies genau eben nicht. Ihre Qualität fusst, bei aller Präzision, auf der Sinnlichkeit des Lebens.

 

Die Galerie Haas zeigt 8 Arbeiten des Künstlers, darunter 2 sogenannte MDF Arbeiten mit Bleistift und 6 Arbeiten aus eloxiertem Aluminium mit Paintstick. Die MDF Arbeiten überzieht Gerritz in wochenlanger Arbeit mit Linien des weichen Bleistiftes 9B. Die Linien sind frei mit der Hand gezogen und zwar horizontal und/oder vertikal in einer Dichte und Materialität, dass sie das Licht wie Spiegel zurückwerfen. Auch die Arbeiten aus eloxierten Aluminiumplatten mit Paintstick fertigt der Künstler wochenlang mit der freien Hand und,  wegen der Materialbeschaffenheit des Paintsticks, ausschliesslich in den Sommermonaten.

Gerritz Werke leben aus dem Kontrast von homogener MDF Platte oder kühlem Aluminium und der Weichheit, Wärme, Bewegung, räumlichen Ausdehnung, Veränderung, Energie, ja erlebbaren Zeit und Raum seiner Materialien. In all diesen Arbeiten geht es Gerritz vor allem um Zentren und Ränder, um Linien und körperhafte Flächen, um die Definition von Volumen und Raum. Dabei bespielt er virtuos die Gegensatzpaare Licht und Dunkel, horizontale und vertikale Richtung, fliehende und zentrierende Kräfte. Doch hält er sich dabei stets an ein gedachtes geometrisches Raster und an Quadrat und Rechteck.

Von Anfang an hat der Künstler seine Parameter festgelegt, die er von seiner eigenen Körperlichkeit ableitet: 20 (Grösse eines Kopfes), 60 (Schulterbreite, ungefähres Durchschnittsgewicht und Schrittlänge eines Menschen), 180 (Körperlänge von Gerritz selbst).  Diese Maßintervalle in Zentimetern und deren Verbindungen haben Gerritz nie losgelassen.

 

Seine Arbeiten veranschaulichen auf ungezierte und zugleich ästhetisch faszinierende Weise Grundsätze oder Grundgesetze unserer und seiner Existenz. Sie sind Teil unserer intellektuellen und sensorischen Erfahrung, unserer Körperlichkeit und Teil unseres kollektiven Wissens. In ihrer Betrachtung erkennen wir, dass es in dieser Kunst um Beziehungen zwischen Ereignissen geht. Dass diese sich nicht nur wandeln können, sondern wandeln müssen (dem Gesetz der Entropie folgend), ist ein Aspekt, unter dem wir nicht zuletzt unser gesamtes Dasein anschauen sollten.  Und dass wir dazu in der Lage sind, können uns Erkenntnisse der aktuellen Wissenschaftsdiskussion, vor allem im Bereich der Physik lehren: Wenn wir genauer hinsehen und unseren Blick schärfen, können wir sie erahnen, vielleicht erkennen und sogar darüber hinausschauen – über jene Myriaden von Molekülen in wilder Bewegung, die in uns allen und in allem wüten und unser Dasein bestimmen.

 

Frank Gerritz hat seit 1988 zahlreiche Museumsausstellungen in Europa und USA und Galerieausstellungen weltweit. Seit 1995 hat er auch mehrmals in Zürich ausgestellt, zuletzt im Jahr 2000 bei der Zürcher Galerie Brandstetter & Wyss.

 

Umso mehr freuen wir uns, dass sein Werk nun wieder mit neuen Arbeiten in Zürich zu sehen sein wird. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog in Deutscher und Englischer Sprache.

Für weitergehende Informationen wenden Sie sich bitte an

Dr. Erika Schlessinger-Költzsch

ekoeltzsch@galeriehaasag.ch